Qigong

Angebote

Offene Stunde für Einsteiger*innen

Wann: freitags, 17:30-18:30
ab 19:00 folgt die ebenfalls offene Zen-Meditationsgruppe Daijihi
Wo: Biberstraße 9/Top 2, 1010 Wien, Meditationszentrum der mittlere weg
Was: Wirbelsäulen-Qigong, Glückszyklus (nach A. Cooper), der fliegende Kranich, …
Wieviel: freie Spende

Bitte voranmelden: info@susannehalbeisen.at

Privatunterricht im Großraum Wien auf Anfrage

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Was Qigong für mich bedeutet

Wenn ich Qigong übe, werde ich einfach geschmeidiger. Alles fühlt sich weit und locker an, aber ohne schlaff zu sein. Ich muss nicht hart werden, um stark zu sein, ich muss keine Stärke erzeugen. Es ist ein Zurückverbinden zu den Kräften, die sowieso schon da sind.

Qigong erfordert Disziplin und Konzentration, aber keine Härte, denn Härte würde bedeuten, die Beziehung zwischen den einzelnen Prozessen zum Stocken zu bringen oder, wie wir im Qigong sagen, „das Qi zu blockieren“. Mir hilft Qigong sehr dabei, das Leben als Prozess zu begreifen und direkt als Prozess zu erleben, zu spüren, wie die Dinge ineinander greifen und den Mut aufzubringen, darauf zu vertrauen, dass Heilung möglich ist, wenn alles Fließen darf.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Qigong eine Wunderwaffe ist, mit der jede Krankheit geheilt werden kann – diese Vorstellung wäre nur eine weitere Blockade. Aber durch dieses Erspüren des Qis und durch das direkte Arbeiten damit, mithilfe von Bewegung, Atem und Vorstellungskraft, gelingt es mir, tiefer in diese Prozesse einzutauchen, körperlich und geistig zu erleben, was in mir und um mich herum geschieht, und darauf Einfluss zu nehmen. Mit Genuss die Übungen auszuführen macht mich auch dankbar für meine eigene Gesundheit in diesem Moment, selbst dann, wenn etwas schmerzt.

Wer Qigong noch nie gemacht hat, hat vielleicht Vorstellungen von einer Art choreographiertem Tanz oder anmutiger Gymnastik. Es ist das, aber nicht nur. Qigong wirkt auf das ganze Sein, nicht nur auf den Körper, sondern auch den Geist, das Nervensystem und den gesamten Organismus. Im Qigong arbeiten wir mit unserem Qi. Viele Menschen runzeln bei dieser Vorstellung skeptisch die Stirn. Verlangt man von ihnen, dass sie sich eine Art mysteriöse Zauberkraft vorstellen?

Der kanadische Martial-Arts-Lehrer Neil Ripski hat treffend erklärt, wie Qi verstanden werden kann:
Das chinesische Schriftzeichen für „Qi“ ist die piktographische Darstellung einer kleinen Szene: ein Topf mit Wasser steht auf einem Feuer. Der aufsteigende Dampf ist so stark, dass er den Topfdeckel anhebt. Man könnte also sagen, Qi ist wie dieser Dampf, es ist die Kraft, die den Deckel hebt. Doch wäre der Topf nicht da, gäbe es kein Wasser, das heiß werden könnte. Wäre das Holz nicht da, würde kein Feuer brennen. Wäre kein Feuer da, würde das Wasser nicht heiß werden. Der Dampf entsteht, weil ein Geflecht aus Beziehungen gleichzeitig und prozesshaft existiert. Wenn wir also „Qi“ als „Beziehung“ übersetzen, ändert sich unsere Sichtweise darauf. (Neil Andrew Ripski: Dantian Basics. https://neilthekungfuguy.
wordpress.com/2018/01/29/dantian-basics/
)